Jugend am Werk begleitet steiermarkweit Menschen mit Behinderung im Tages-, Wohn- und mobilen Bereich. Pflegeleistungen spielen dabei eine immer größere Rolle. Mit einem regionalen Beratungssystem will das Unternehmen fit für die Zukunft werden.
„Mein Arbeitsalltag ist sehr facettenreich. Von Fragen zur Medikation über gesundheitsfördernde Beratung bis hin zu Schulungen und Unterweisungen von Mitarbeiter*innen“, beschreibt Katharina Imenśek-Mayer. Sie ist Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und arbeitet als regionale Pflegeberaterin bei Jugend am Werk Steiermark. Mit ihrem pflegerischen Wissen unterstützt sie in der Begleitung von Menschen mit Behinderung.
Teilhabe trotz Pflegebedarf
Ihre Funktion gibt es erst seit kurzem: „Die Kombination aus Behinderung und hoher Pflegeabhängigkeit ist eine der größten Herausforderungen im Gesundheits- und Sozialbereich, das ist kein Geheimnis. Insbesondere hohes Alter, aber auch (psychiatrische) Doppeldiagnosen und Multimorbidität – also mehrfache chronische Erkrankungen – befeuern das. Deshalb haben wir in diesem Bereich stark aufgestockt“, sagt Patrick Gröbl, Pflegebeauftragter und Projektleiter bei Jugend am Werk. „Wir wollen unsere Kund*innen in allen Lebensbereichen begleiten. Ein hoher Unterstützungs- und Pflegebedarf sollte kein Ausschlusskriterium sein.“
Schwerpunkt Pflege
So unterstützt das Unternehmen etwa zunehmend Menschen mit Behinderung in Pension, die tagsüber nicht mehr zu den Arbeits- und Beschäftigungsangeboten von Jugend am Werk fahren, sondern in den Wohneinrichtungen bleiben. Zudem hat Jugend am Werk einen Standort mit Pflegeschwerpunkt eröffnet. Im intensivbetreuten Wohnen in Gleinstätten werden Menschen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf bedarfs- und fachgerecht begleitet.
Pflege trifft Pädagogik
„Wir sind überzeugt, dass vielfältige Professionen aus der Pflege sowie Pädagogik im Sozialbereich künftig noch enger zusammenarbeiten müssen“, sagt Gröbl. Hier kommt die regionale Pflegeberatung ins Spiel: „Über dieses System können wir unsere Mitarbeiter*innen direkt vor Ort schulen und mit passgenauer Expertise und Beratung stärken sowie befähigen.“
Das empfindet Imenśek-Mayer als sehr bereichernd: „Ohne gemeinsames Verständnis geht es nicht. Die Pflegeberatung bietet meinen Kolleg*innen die Möglichkeit, pflegerisches Wissen abzufragen und aktiv in den Alltag zu integrieren. Wir bündeln Kompetenzen und lernen voneinander.“
Schrittweise weiterdenken
Aber nicht nur die regionale Pflegeberatung ist neu, auch die professionelle Dokumentation wurde frisch aufgesetzt. Sie erfolgt nun vollkommen in digitaler, zukunftsorientierter Form: „Das bringt Pflege und Pädagogik noch einmal näher zusammen und ermöglicht es uns, unsere Kund*innen ganzheitlich, bedarfsgerecht und individuell zu begleiten“, so Gröbl.
Überall dort, wo pflegerische Sicherheit wächst, steige die Qualität der Pflege und Begleitung, schließt Imenśek-Mayer: „Davon profitieren alle Beteiligten: Die Selbstbestimmung, Gesundheitskompetenzen und Lebensqualität unserer Kund*innen werden gestärkt, gleichzeitig gewinnen meine Kolleg*innen pflegerische Kompetenzen.“ Das ermöglicht mehr Selbstständigkeit und soziale Teilhabe, trotz hohem Unterstützungsbedarf.
Kontakt
Jugend am Werk Steiermark GmbH
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