Eine Analyse der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen von Jugend am Werk Steiermark zeigt: Eine Teilnahme erhöht die Chancen auf eine Lehrstelle oder eine Rückkehr in den Job deutlich. Bereits im zweiten Jahr nach Leistungsende ist die Investition refinanziert.
(Steiermark, Juni 2026). „Bei Jugend am Werk begleiten wir jährlich rund 2.600 Menschen auf der Suche nach Ausbildung und Arbeit. Darunter viele junge Menschen, wie etwa im Berufsorientierungsprojekt „MyLife“ oder in der Überbetrieblichen Lehrausbildung, aber auch Langzeitarbeitsuchende in der gemeinnützigen Beschäftigung. Die neue Kosten-Nutzen-Rechnung zeigt: Damit erhöhen wir die Chancen unserer Teilnehmer*innen signifikant“, erklären Sandra Schimmler und Walerich Berger, Geschäftsführung von Jugend am Werk Steiermark.
Deutlich höhere Chancen
Konkret sind nach der Teilnahme an einer Überbetrieblichen Lehrausbildung bei Jugend am Werk oder bfi Steiermark über 70 Prozent beschäftigt. Nach einer ÜBA2, einer Unterform der Überbetrieblichen Lehrausbildung, sind es sogar über 80 Prozent. Ohne dieses Angebot wären es durchschnittlich nur 40 Prozent. Von den jungen Frauen und Männern mit Teilqualifizierung oder Ausbildung mit verlängerbarer Lehrzeit sind 68 Prozent im Jahr danach beschäftigt.
Deutlich ist der Effekt auch in der gemeinnützigen Beschäftigung: Hier gelingt mehr als doppelt so vielen Personen der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt wie ohne Unterstützung. Dabei handelt es sich vielfach um Menschen, die durch lange Phasen der Arbeitssuche am Arbeitsmarkt zusätzlich benachteiligt sind.
Nutzen übersteigt Kosten
„Wir haben uns aber auch angesehen, wie schnell der Nutzen die Kosten übersteigt. Bereits im ersten Jahr nach der Betreuung decken die Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und Nettoeinkommen der ehemaligen Teilnehmer*innen mehr als die Hälfte der Kosten für die öffentliche Hand ab. Ab dem zweiten Jahr ist die Investition refinanziert. Dabei darf man nicht vergessen: Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sind mehr als individuelle Unterstützung, sie stärken auch Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Gemeinwohl. Das sind Investitionen in unsere Gesellschaft, die sich mehrfach lohnen“, schließen Berger und Schimmler.
Für die Wirkungsanalyse wurden Vermittlungs- und Beschäftigungszahlen aus Angeboten bei Jugend am Werk Steiermark mit Datenquellen des Dachverbands der Sozialversicherungen und des AMS Österreich verknüpft. Für das Angebot der Überbetrieblichen Lehrausbildung wurden Zahlen des bfi Steiermark hinzugezogen. Die Vergleichsanalyse wurde von Synthesis Forschung durchgeführt. www.jaw.or.at
Die Überbetriebliche Lehrausbildung und das Projekt MyLife werden im Auftrag des AMS Steiermark umgesetzt. Die gemeinnützigen Beschäftigungsprojekte werden mit finanzieller Unterstützung des AMS Steiermark, des Landes Steiermark sowie kofinanziert von der Europäischen Union (inservice JTS in Murtal und Deutschlandsberg) umgesetzt.