Jugend am Werk Steiermark und Graz Museum: „Genug ist genug!“
Teilnehmende aus dem Zentrum inklusiver Arbeitsmarkt und der Beratungsstelle MeinRat haben sich unter dem Motto des FRAUEN*MÄRZ 2026 Gedanken dazu gemacht, an welchen Stellen im Leben von Frauen es „genug“ ist. Die Ergebnisse wurden gestern im Graz Museum präsentiert.
(Graz, 11. März 2026). Wann bringen Ungerechtigkeit, Benachteiligung, Diskriminierung oder Einschränkungen das Fass zum Überlaufen? Zum Internationalen Frauentag haben zehn Teilnehmerinnen aus Projekten von Jugend am Werk Steiermark ihre kollektiven Erfahrungen gesammelt und künstlerisch verarbeitet.
Über das Projekt „Dosta! Ça suffit! พอ! Yeter! Chega! 夠了! Genug! !کافی است“
Die Idee für das Projekt wurde bereits 2025 entwickelt und setzt sich zum Ziel, Lebensrealitäten von Frauen aus marginalisierten Bereichen der Gesellschaft in den Fokus zu rücken. Es geht um die täglichen Herausforderungen und Benachteiligungen, die sichtbar gemacht werden. Aus diesem Prozess ist ein kleines Frauenmagazin entstanden, das über das tägliche Leben der Frauen in der heutigen Gesellschaft berichtet. Gedruckt wurde das Zine/ kleine Magazin bei risograd*, einem Risografie-Druckkollektiv in Graz. Der Arbeitsprozess wurde in einem Kurzfilm dokumentiert, der ebenfalls gezeigt wird.
Die Ergebnisse der Kooperation sind noch bis 31. März 2026 unter dem Titel „Dosta! Ça suffit! พอ! Yeter! Chega! 夠了! Genug! !کافی است“ im Graz Museum ausgestellt.
Mitkonzipiert und umgesetzt wurde das Projekt im Graz Museum von Christina Rajković (Kulturvermittlung Graz Museum)
„Die Teilnehmer*innen haben ihre persönlichen Erfahrungen und Perspektiven miteinander geteilt und diese in einem Zine kreativ zum Ausdruck gebracht, das nun für den Frauen*märz Teil der Ausstellung „Demokratie, heast!“ ist. Feministische Zines fungieren unter anderem als Medium für demokratisches Handeln und Partizipation, was in den Graz Museen und im Stadtarchiv gelebte Praxis ist. Durch die Frauen*stimmen erhalten wir Einblicke in heterogene Lebenswelten. Das Projekt verbindet somit den Austausch über gesellschaftliche Diskurse mit kultureller Teilhabe und demokratischem Handeln.“ Sibylle Dienesch, Direktorin Graz Museum
Sichtbar machen
„Jugend am Werk steht als Unternehmen klar für Inklusion, Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung. Das ist unsere Grundhaltung – und darauf fußt auch dieses Projekt. Wir begleiten und unterstützen in unserer täglichen Arbeit viele Frauen. Die meisten unserer Kundinnen erfahren gleich mehrfach Benachteiligung und Diskriminierung. Nicht nur, weil sie Frauen sind, sondern auch weil sie zum Beispiel eine Behinderung oder Migrationsgeschichte haben. Schlechtere Berufs- und Bildungschancen und ungleich verteilte Care-Arbeit sind nur einige der strukturellen Hürden, mit denen sie konfrontiert sind. Umso wichtiger ist es, ihren ganz persönlichen Perspektiven Raum zu geben und das ist mit dieser Kooperation auf eindrückliche Weise gelungen“, erklärt Sandra Schimmler, Geschäftsführerin von Jugend am Werk Steiermark.
Berufliche Inklusion
Das Zentrum inklusiver Arbeitsmarkt begleitet Menschen mit Behinderung auf ihrem beruflichen Weg. Von der Qualifizierung übers erste Praktikum bis hin zum – idealerweise – echten Dienstvertrag.
Die Beratungsstelle MeinRat richtet sich an Personen, die bereits seit mehreren Jahren Arbeit suchen und unterstützt sie bei unterschiedlichen Problemen, um realistische Möglichkeiten für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. Das Projekt wird mit finanzieller Unterstützung des AMS und in Kooperation mit alea umgesetzt.
Deutliches Signal
„Am Weltfrauentag feiern wir die Erfolge von Frauen auf dem Weg zur Gleichberechtigung – und machen zugleich auf die strukturellen und gesellschaftlichen Barrieren aufmerksam, denen sie weiterhin begegnen. Die Ausstellung gibt diesen persönlichen Erfahrungen eine Stimme und sendet ein deutliches Signal: Gleichstellung und Selbstbestimmung von Frauen sind keine Option, sondern die Grundlage einer starken Demokratie“, ergänzt Cäcilia Lovis, Geschäftsführerin von alea + partner gmbh
Weitere Veranstaltungen zum FRAUEN*MÄRZ 2026 finden Sie auch hier: https://0803.at/