Rechtsberatung "inberatung"

 

Unsere KundInnen und deren Angehörige sind häufig mit schwierigen Rechtsangelegenheiten konfrontiert, bei denen sie eine professionelle Beratung benötigen. Um ihnen auch in diesen Belangen bestmöglich zur Seite zu stehen, wurde 2011 die Rechtsberatungsstelle des Vereins Jugend am Werk Steiermark eingerichtet.

Wir bieten Ihnen Beratung und Hilfestellung in den Bereichen

  • Steiermärkisches Behindertenrecht (Arbeit und Wohnen sowie Assistenzleistungen)
  • Ansprüche gegenüber der Krankenversicherung
  • Ansprüche gegenüber dem AMS und dem Bundessozialamt (Arbeitsunterstützung und Beihilfen, Behindertenpass und weitere)
  • Pensionsansprüche
  • Hilfe bei Diskriminierung am Arbeitsplatz
  • Fragen rund um die Sachwalterschaft und weitere Vertretungsmöglichkeiten
  • Familienbeihilfe
  • Angelegenheiten von Pflegeeltern
  • Jugendwohlfahrtsrecht (Jugendschutz und Haftung)
  • Sämtliche Angebote richten sich auch an die Mitarbeiterinnen von Jugend am Werk.

In den oben angeführten Bereichen auch das Verfassen von Beschwerden sowie Einsprüchen jeglicher Art.

 

Die "inberatung" bietet selbstverständlich auch unseren MitarbeiterInnen geeignete Hilfestellungen in schwierigen Fragen.

 

Vereinbaren Sie telefonisch einen Termin oder mailen Sie Ihre Fragen. Die Beratung ist streng vertraulich und kostenfrei!

 

Informationen zu unseren Datenschutzbestimmungen finden Sie hier.

Mitversicherung in der Krankenversicherung

Nach § 123 Abs. 1 ASVG besteht auch für Angehörige ein Anspruch auf die Leistungen der Krankenversicherung. Dies gilt sowohl für eheliche als auch für uneheliche Kinder prinzipiell bis zum 18.Lebensjahr. Nach diesem Zeitpunkt werden sie weiterhin als Angehörige gesehen, wenn und solange sie seit der Vollendung des 18. Lebensjahres aufgrund von Krankheit oder Gebrechen erwerbsunfähig sind.

Diese weitere Mitversicherung muss allerdings vom Versicherten/von der Versicherten beim Krankenversicherungsträger eigens beantragt werden. Auch muss die Erwerbsunfähigkeit durch die Krankheit oder Behinderung entsprechend nachgewiesen werden.

Hilfe zum Lebenserhalt

Lebensunterhalt wird Menschen mit Behinderung, die das 18. Lebensjahr überschritten haben und deren Gesamteinkommen die Höhe des Richtsatzes nicht erreicht, gewährt. Voraussetzung ist, dass der Mensch mit Behinderung Anspruch hat auf Hilfe zur Erziehung und Schulbildung, zur beruflichen Eingliederung, zum Wohnen in Einrichtungen oder auf unterstützte Beschäftigung.

Anspruch auf Lebensunterhalt haben auch unterhaltsberechtigte Angehörige, die eine Behinderung haben.

Die Richtsätze für den Lebensunterhalt betragen monatlich für:

1. Alleinstehende € 623,00
2. Alleinstehende, die Familienbeihilfe beziehen € 458,00
3. In Haushalts-oder Familiengemeinschaft lebende Personen € 568,00
4. Bei Bezug von Familienbeihilfe € 402,00

Ein Kind mit Behinderung, das in Haushaltgemeinschaft mit seinen Eltern oder einem Elternteil lebt, der ebenfalls Lebensunterhalt bezieht: 

5. Bei keinem Bezug von Familienbeihilfe € 379,00

6. Bei Bezug von Familienbeihilfe € 250,00


Der Richtsatz für alleinstehend Unterstützte und Hauptunterstützte erhöht sich in den ersten 6 Monaten der Gewährung um 10 Euro.

Stand 2016/17

Pflegegeld

Wer pflegebedürftig ist, hat Anspruch auf Pflegegeld. Die Höhe hängt vom nötigen Pflegeaufwand ab. Für den Bezug muss ein monatlicher Pflegebedarf von mehr als 60 Stunden bestehen. Der Pflegeaufwand wird bei einer ärztlichen Untersuchung festgestellt.

Das Pflegegeld gibt es in 7 Stufen. Bei der ärztlichen Untersuchung wird darauf geachtet, wie viel Hilfe der/die Betroffene für alltägliche Tätigkeiten wie Körperpflege, An- und Ausziehen, Zubereitung von Mahlzeiten, Waschen, Kochen oder Putzen benötigt.

Das monatliche Pflegegeld wird je nach monatlich notwendigen Pflegestunden in einer der insgesamt 7 Stufen festgelegt. Pflegegeld für eine minderjährige Person wird normalerweise an den gesetzlichen Vertreter (meist die Eltern) ausbezahlt.

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres muss das Pflegegeld an die Person mit Behinderung direkt ausbezahlt werden, dies kann u. U. bei Menschen mit einer geistigen Behinderung problematisch sein, vor allem, wenn sie diese finanzielle Unterstützung nicht selbst verwalten können. Vertretungsbefugt sind in diesem Fall die Eltern ebenso wie ein Sachwalter/eine Sachwalterin.

Erhöhte Familienbeihilfe

Der Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe besteht für Kinder mit Behinderung bis zur Volljährigkeit und darüber hinaus wenn sie aufgrund einer geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderung bzw. einer Sinnesbehinderung voraussichtlich dauernd außerstande sind, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen.

Der Grad der Behinderung muss dabei mindestens 50 Prozent betragen. Der Grad der Behinderung wird durch eine Bescheinigung des Bundessozialamtes aufgrund eines ärztlichen Sachverständigengutachtens nachgewiesen. Allerdings gilt es ab dem Kalenderjahr, in dem das „Kind“ das 18. Lebensjahr vollendet, eine Einkommensgrenze zu beachten. So darf das „Kind“, für das die erhöhte Familienbeihilfe gewährt wird, ab diesem Kalenderjahr nur mehr ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von höchstens € 10.000,00 beziehen. Wird diese Grenze überschritten, so wird die erhöhte Familienbeihilfe für das gesamte Kalenderjahr gestrichen. Das Finanzamt muss aufgrund des Antrags einen Bescheid erlassen. Gegen einen abweisenden Bescheid kann kostenlos eine Berufung an den unabhängigen Finanzsenat eingelegt werden.

Unterhaltszahlungen und Unterhaltsvorschuss

Grundsätzlich müssen Alimente bzw. Unterhaltzahlungen bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit des Kindes bezahlt werden. Gerade aber bei Personen, die für Menschen mit einer geistigen Behinderung unterhaltspflichtig sind, führt das oftmals zu Unklarheiten, denn bei einem Großteil dieser Personen tritt die Selbsterhaltungsfähigkeit nie ein. Somit bedeutet dies, dass auch über die Volljährigkeit hinaus Alimente zu bezahlen sind.

Nach dem UVG (Unterhaltsvorschussgesetz) wird insbesondere dann vom Staat Unterhaltsvorschuss gewährt werden, wenn der Vater des Kindes nicht auffindbar ist oder sich der Unterhaltszahlung entzieht. Das UVG sieht allerdings seine Unterstützung nur für minderjährige Kinder vor, d.h. mit der Volljährigkeit des Kindes mit Behinderung wird diese finanzielle Unterstützung eingestellt.

Öffentliche Verkehrsmittel und Förderungen

Übernahme der Fahrtkosten nach dem Steiermärkischen Behindertengesetz

Wo: in der gesamten Steiermark
Art: Übernahme der Kosten
Antrag: erforderlich, bei den Bezirkshauptmannschaften bzw. beim Magistrat Graz einzureichen

Voraussetzungen:
Im Zusammenhang mit Heilbehandlungen, Erziehung und Schulbildung, berufliche Eingliederung, unterstützte Beschäftigung und Beschäftigung in Tageseinrichtungen können anfallende Fahrtkosten übernommen werden, wobei das kostengünstigste zumutbare Verkehrsmittel zum nächstgelegenen geeigneten Leistungsanbieter der Bewilligung zu Grunde gelegt wird.

Mobilitätszuschuss Bundessozialamt

Wo: steiermark- bzw. österreichweit
Art: Zuschuss pauschaliert
Antrag: erforderlich; beim Bundessozialamt einzureichen

Voraussetzungen:
Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel (Eintrag im Behindertenpass erforderlich), kein ausschließlicher Pensionsbezug, ein Konnex zur beruflichen Tätigkeit muss geben sein, Behindertenpass (Grad der Behinderung: mehr als 50 %), Zuschusshöhe: € 580,00 (Stand 2011)

Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundessozialamtes.

 

Ermäßigung der Graz Linien

Wo: Raum Graz (Zone 1)
Art: Ermäßigung zu einer Gesamtnetzkarte; Eigenleistung € 30,00/Jahr
Antrag: erforderlich, beim Magistrat Graz einzureichen

Voraussetzungen:
ständig schwer gehbehindert und geistig bzw. mehrfachbehindert; ein Einkommenslimit ist zu beachten
Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage der Graz Linien.

 

VorteilsCard Spezial der ÖBB

Wo: steiermark- bzw. österreichweit
Art: Erwerb der Vorteilscard um € 19,90, danach sind Ermäßigungen bis 50 % auf alle Fahrten möglich
Antrag: erforderlich, bei den ÖBB einzureichen

Voraussetzungen:
Nachweis über den Grad der Behinderung von mind. 70 % mittels Behindertenpass gemäß Bundesbehindertengesetz oder

  • Bescheid des Behinderteneinstellungssgesetzes
  • Bescheid über den Bezug der Versehrtenrente
  • Bescheinigung durch das Bundessozialamt für Versorgungsberechtigte nach dem Heeresversorgungsgesetz
  • Bezug der erhöhten Familienbeihilfe gemäß Familienlastenausgleichgesetz

Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage der ÖBB.