Es ist ein verdammt schöner Beruf

 

 

Begeisterung ist ansteckend. Nicht nur für Mädchen ist Nina Pagger (21) ein Role Model: Die junge Frau ist nach einer erfolgreichen Überbetrieblichen Lehrausbildung zur angewandten Elektronikerin nun bei der Knapp AG im Shuttlebau tätig.

Mit Schaltkreisen, Platinen und Lötkolben kennt sich Nina Pagger aus. „Roboter und Automatisierungsprozesse habe ich schon immer spannend gefunden“, sagt die 21-Jährige begeistert. Nach dem Pflichtschulabschluss wusste Nina zunächst nicht so recht, wie ihre berufliche Zukunft aussehen könnte: „Ich wollte aber unbedingt etwas mit meinen Händen machen.“ Bei Jugend am Werk lernte sie im Rahmen einer AMS-Vorschaltmaßnahme technische Arbeitsbereiche kennen und absolvierte eine vertiefende Berufsorientierung.

 

Elektrisierter Start

Die Elektronik-Werkstatt faszinierte Nina vom ersten Tag an: „Wir arbeiteten dort an elektronischen Bausätzen“, erzählt sie, „das Verlöten, die kleinen Drähte und die Funktion der verschiedenen Bauteile fand ich total spannend. Als ich mir die Materie näher angesehen habe, wusste ich gleich: Das ist voll meines, das ist mein Traumberuf!“ Schließlich absolvierte Nina im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA) von Jugend am Werk eine Lehre zur angewandten Elektronikerin. Die AMS-geförderte ÜBA richtet sich an Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren, die trotz intensiver Bemühungen Schwierigkeiten haben, eine Lehrstelle zu finden. „Ninas Lehrbetrieb, das Unternehmen EVK, hat ihr Potenzial bereits bei einem unverbindlichen Praktikum erkannt“, schildert Daniela Georgi, Berufsausbildungsassistentin bei Jugend am Werk, den Beginn der erfolgreichen Ausbildungszeit.

 

(K)Ein typischer Frauenberuf

„Zeig, dass du gleich gut arbeiten kannst, dann wirst du auch mit Respekt behandelt“, so lautet Ninas Devise. In einem von Männern dominierten Beruf müsse man sich als Frau nach wie vor beweisen, meint Nina. Ungeachtet dessen möchte sie junge Frauen ermutigen, einen technischen Beruf zu erlernen: „Es ist ein verdammt schöner Beruf“, schwärmt sie. „Traut‘s euch einfach!“ Ninas Begeisterung ist ansteckend. „Sie ist das perfekte Role Model“, bestätigt Daniela Georgi. Am „Girls Day“ in Leibnitz, einer Berufsmesse für junge Frauen mit Interesse an MINT-Berufen, trat sie bereits während der Lehrzeit als Referentin für Jugend am Werk auf. „Nina hat jedoch nicht nur für Mädchen, sondern für viele junge Menschen eine Vorbildwirkung“, meint Georgi. Ihre Leidenschaft für den Beruf sowie ihre fachlichen und kommunikativen Kompetenzen hätten sich während der Lehrzeit enorm entwickelt.

 

Glanzlichter

Ein weiteres Highlight im Lebenslauf der 21-Jährigen ist ein Auslandspraktikum in Malta, organisiert von Jugend am Werk in Kooperation mit Auxilium. „Das war mein schönster Sommer“, lacht Nina, „ich lernte nicht nur das Land, sondern auch fachlich viel Neues kennen.“ Danach begann mithilfe einer verstärkten Lernförderung von Jugend am Werk die Vorbereitung für die Lehrabschlussprüfung. „Die Unterstützung ist dabei individuell auf die Bedürfnisse der Jugendlichen abgestimmt“, so Daniela Georgi.

 

Blick nach vorn

Nachdem Nina die Lehrabschlussprüfung im Sommer vergangenen Jahres erfolgreich meisterte, erhielt sie eine Stelle bei der Knapp AG. Dort ist sie an der Fertigung von Shuttles, automatisierte Geräte für Logistikzentren, beteiligt. Stillstand kommt für Nina nicht infrage, sie möchte sich stets weiterbilden. „Der Ingenieur-Titel ist mein absoluter Traum“, sagt sie. „Wenn ich die Möglichkeit dazu bekomme, werde ich sie auf jeden Fall ergreifen.“